Endlich Wüste

Sonderpruefung in der Wueste
Sonderpruefung in der Wueste

Jordanien, wir sind auf dem Weg ins Wadi Rum, die Straße ist hervorragend und führt uns durch eine ebene lebensfeindliche Kies-Wüste. Frank fährt, wir hören Musik, und alles, wirklich alles ist mit diesem gelben mehlfeinen Sand überzogen. Ich liebe diesen Sand, der allem in kurzer Zeit die gleiche Färbung gibt, snadfarben eben. Wenn das so ist, dann bin ich nämlich in der Wüste.
Gestern sind wir von Damaskus zur Grenze gefahren. Die Ausreiseformalitäten waren wieder extrem langwierig, aber das sind wir ja schon gewohnt. Das Willkommen in Jordanien dafür umso herzlicher. Die jordanischen Freunde, die wir teilweise schon aus Oberstaufen kennen, haben uns begrüßt, die Papiere eingesammelt und alle Formalitäten erledigt. Es war zwar wieder warten angesagt, aber halt nicht in einer Schlange vor einem Zollschalter, sondern gemütlich im Cafe oder am Auto.
Dann auf zur Wüstensonderprüfung. Wir haben uns zu einem Dorf navigiert, und dahinter fand diese Prüfung statt. Endlich in der Wüste Autofahren, das war wohl für viele der große Traum, und entsprechend liessen sie es "krachen". Schon von weitem sah man die Staubwolken, die die Autos aufwarfen. Wir waren dagegen etwas skeptisch. Schließlich haben wir die Autos jetzt so viele Tausend Kilometer hierher gefahren, da wollen wir sie doch nicht in ein paar Sekunden schrotten. Während einige TEilnehmer in einiger Entfernung vom Parcours ihre Autos aufs Dach legten, SToßstangen verloren, Ölwannen aufrissen, Scheiben zerdepperten, sind wir zur offiziellen letzten Prüfung gestartet. Nebeneinander mussten wir etwa einen Kilometer durch die ebene Wüste fahren, unter hefteiger Staubentwicklung, dann einen U-turn um einen BMW, wieder zurück und um Pylonen eine Acht fahren. Das letzte Auto zählte bei der Zeitnahme. Wir sind sicher durchgekommen, Frank und Peter sassen jeweils am Steuer, und eine gewaltige Überdosis von Adrenalin als auch Endorphinen konnten man ihren Gesichtern entnehmen.
Danach konnte man entweder über Wüstenpisten oder über die STraße zum Camp fahren. Wir wählten natürlich die Piste, die zwischendurch übel wurde. Ausgerechnet ich am Steuer in ständiger Sorge um die Ölwanne. Ab und an ging es durch fechfech, wie ich das von Tunesien kenne. Mehlartiger Sand (hier allerdings nicht so tief wie in der Sahara) der sich in Senken oder tiefen Spurrillen absetzt, und spitze Steine sind hier unsichtbar versteckt. Wenn man reinfährt ist man sofort wie blind. Es schlingert, vom Wagenboden krachts und klappert es, und man hofft schnell durch zu sein. Einige Dämme waren zu überqueren, unser Auspuff wurde in Mitleidenschaft gezogen, ist aber noch dran und zwar komplett. Irgendwann ging es nicht mehr weiter, immer mehr Fahrzeuge sammelten sich. Große Ratlosigkeit, wie es weiter ginge.Frank und ich fuhren auf den nächsten Damm, in der Gewissheit, dass dieser Richtung Straße führen würde, Ein Peugeot mit genauso wenig Bodenfreiheit und ein untermotorisierter Mercedes-Bus schlossen sich uns an. Peter und Olli wollten es aber wissen. Sie fuhren in einer größeren Gruppe weiter. Ihr Abenteuer endete dann auf dem nächsten Damm, wo nämlich schon andere verirrte Rallyeteilnehmer standen. Die Fahrzeuge blockierten sich gegenseitig, keiner wusste wo es lang ging. Also wurde das Organisationskomitee angerufen. Immer mehr Fahrzeuge kamen dazu. Irgendwann kam dann die Polizei mit einem Landcruiser und geleitete die Gruppe im Konvoi auf die Straße und weiter zum Wüstencamp. Inzswischen hatten Frank und ich schon geduscht und uns das erste Mal am Buffet bedient.

So, und jetzt ist unser großes Abenteuer Rallye zu Ende. Wir machen noch das Anschlußprogramm mit Besichtigungen in Jordanien mit. Da unsere Autos noch einwandfrei fahren, werden wir auch mit diesen durchs Land gondeln, bevor wir sie dem Hilfsprojekt übergeben. Wadi Rum, Aqaba, Petra und natürlich Amman stehen auf dem Programm.
Ich glaube, dass dieses touristische Programm für unsere Blogleser nicht allzu spannend ist, weshalb ich mich hiermit von Euch verabschieden möchte. Diese Aussage stieß bei meinen Gefährten auf heftigsten Protest (aber sie schreiben ja auch nicht...). Also habe ich folgenden deal vorgeschlagen. Wenn wir mindestens 10 Gästebucheinträge bekommen,die definitiv sagen wir sollen auch von dem touristischen Programm berichten, dann werden wir das tun. Also, Leute, es liegt an Euch.

Noch ein Wort zu den Bildern. Die letzten Tage waren relativ schwierig mit Netzverbindung etc. Deshalb konnte ich keine Bilder einfügen. Heute nacht sind wir im Camp in Wadi Rum, da wird wohl auch nichts gehen. Ab morgen abend jedoch sind wir im Hotel, dann werde ich das nachholen.

 

Ach ja, im Moment hat es so um die 30 Grad, am nachmittag werden wir sicherlich noch mehr haben.

 

Es grüßen Euch die WÜSTENWASSERPFEIFEN!

der BMW nach der Sonderpruefung - schoen, sportlich dynamisch, wie seine Piloten
der BMW nach der Sonderpruefung - schoen, sportlich dynamisch, wie seine Piloten

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