Und es hat rummmmms gemacht...

Ein bisschen viel Ölverlust auf einmal...
Ein bisschen viel Ölverlust auf einmal...

14 Uhr irgendwo in der Pampa vor Stara Zagora
So schnell kann sich alles ändern. Während der Fahrt heute morgen habe ich mir noch Gedanken gemacht, über das Reisen im Allgemeinen, unsere Tour Richtung Jordanien. Ich habe versucht meine Eindrücke zu sammen
ln und in mein WEltbild einzufügen - alles hochphilosophisch. Dann sind wir durch diese Baustelle auf dieser Landstraße gefahren. Eigentlich war die Baustelle ja gesperrt, aber wir haben dort ein anderes Team getroffen und gegen ein ordentliches Bakschisch war der "Wärter der Stange" bereit uns durchzulassen. Die Einheimischen hat er übrigens ohne Gebühr durchgelassen...  Wir fahren wohlgemut durch die teilweise nur noch aus Felsen bestehende Straße, freuen uns, dass es heute schon so gut lief und wir es locker bis Istanbul schaffen werden, und da rummst es plötzlich ordentlich. Ich habe wohl einen Stein übersehen. Es passiert (vorerst) nichts weiter. Vielleicht 15 Kilometer später, wir sind schon wieder auf einer normalen Straße, geht das Öllämpchen an. Da dieses vor der Reise immer gebrannt hat - ein Kabel war durchgescheuert aber Frank hat es bemerkt und isoliert - zuerst mal nur Wundern. Dann aber gleich rechts ran und Motor aus. Aussteigen und schon läuft die ganze Soße die Straße runter. Ein richtig schönes großes Loch in der Ölwanne.
Peter und Olli sind jetzt weiter gefahren, und versuchen einen Abschleppwagen und eine Werkstatt zu organisieren.
Wir wollten doch entschleunigt werden?
Hoffentlich habe ich später bessere Nachrichten.

17.30 Gurkova
Wir sitzen im Café von Diana und warten auf unser Auto. Vielleicht kommen wir heute sogar noch in die Türkei???
Doch der Reihe nach. Der von Peter und Olli organisierte Abschleppwagen hat unseren geliebten BMW in eine Werkstatt gebracht. Sie haben in Gurkova eine Bulgarin kennengelernt, die mit einem Deutschen verheiratet ist und perfekt deutsch spricht. Sie hilft uns den Abschleppdienst zu organisieren und die Werkstatt, obwohl in Bulgarien noch bis morgen Feiertag ist. Großartig!!!
In der Werkstatt sehen wir den Schaden. Ölwanne ein riesiges Loch, Getriebewanne gedellt, Auspuff und Kat gedellt und aus den Halterungen gerissen,...
Was wir gleich sehen: die Ölwanne ist aus Alu und kann nicht geschweißt werden. Sie muß also ausgebaut werden. Da sie über die Vorderachse reicht, muss entweder die Achse ausgebaut oder der Motor angehoben werden um ranzukommen. Wir diskutieren, wollen weiterkommen und nicht hier tagelang herumhängen, auf Ersatzteile warten etc. Außerdem wollen wir natürlich auch keine Hunderte von Euro ausgeben für ein Auto, das wir wenige Tage später verschenken wollen. Alleine das Abschleppen hat unsere Urlaubskasse schon mit 120,- Euro belastet. Diana übersetzt, der Abschlepper parliert mit Peter italienisch, der Mechaniker wird immer ungeduldiger, ich würde das Auto am liebsten ausladen und anzünden...
Die Abschlepper gehen, wir sind weiterhin ratlos. Dann ein Anruf in der Werkstatt und der Mechaniker wirft uns aus der Werkstatt raus. Er hat jetzt keine Zeit mehr, die neue Ölwanne ist irgendwo verfügbar und er muss jetzt anfangen, damit wir heute abend noch vom Hof kommen - an seinem Feiertag.
Wir sind extrem irritiert, fügen uns aber widerstandslos. Später erfahren wir, dass die Ölwanne 80,- Euro kosten wird. Die Reparaturkosten werden also (hoffentlich) überschaubar bleiben. Und jetzt sitzen wir hier also im Café und warten.

Noch ein Wort zu unserer Seite und den für uns überwältigenden Reaktionen und Fragen:
Ja, wir haben gestern im Zelt übernachtet, im Tal der Olt. Als wir die Zelte aufgebaut und den Kocher angeworfen hatte ging ein Wolkenbruch runter. wir flüchten in die Autos. Eine halbe Stunde später hört der Regen auf und alles ist matschig. Der Kocher ist aus und völlig verrußt, so dass wir ihn nicht mehr ankriegen. Also gibt es nichts warmes sondern einfach nur Brot und Wurst (Bier und Wein)
Die Seite wird von mir, Christian, getextet, die Bilder sind von uns wild durcheinander.
Ja, wir werden nochmals duschen bevor wir die Prinzessin in anderthalb Wochen treffen, wenn's gut läuft, dann vielleicht sogar noch heute abend.
Und Olli trinkt garnicht viel Bier, vielleicht ein bis zwei Fläschchen am Abend. Allerdings gibt es hier die familienfreundlichen 2-Liter Flaschen und das Bier ist wirklich lecker...
Eine unserer Sonderaufgaben ist, von jedem Land das wir durchfahren die Nationalhymne (oder ein anderes Volkslied) mit Text und Noten am Ziel abzugeben. Das schaffen wir nicht. Wir wissen wirklich nicht, wie wir an diese Informationen rankommen sollen, ohne Stunden zu verplembern. Aber vielleicht könnt IHR uns HELFEN? Schreibt doch die Noten und Texte in unser Gästebuch, wie das Tina schon vorgemacht hat. Das wird uns sicherlich keine Punkte bringen, aber wir wollen ja auch die "Sieger der Herzen" sein. Was ist schon ein schnöder erster Platz?

Ich freue mich jedenfalls schon über die vielen Kommentare meine Fahrkünste betreffend. Glücklicherweise hat mein Firmenwagen genügend Bodenfreiheit, so dass mir ein ähnliches Malheur auf deutschen Landstraßen hoffentlich nicht passiert.

Wir melden uns wieder.

 

Es ist nach 23 Uhr, wir sind im Hotel, geduscht, satt und haben ein repariertes Auto. Um 20 Uhr hat unser Mechaniker angerufen, das Auto sei fertig. Innerhalb von 3 Stunden hat er die seltene BMW-Ölwanne besorgt, den Motor angehoben, alte Wanne aus- neue eingebaut, und das an einem Feiertag. Unser höchster Respekt an die bulgarische Werkstatt. Man stelle sich vor, ein Bulgare bliebe in Deutschland mit seinem Dacia an einem Feiertag liegen. Wann würde er wohl weiterfahren können?
Jetzt, wo es schon spät ist und meine Mitstreiter alle schlafen (wir sind Euch eine Stunde voraus), kann ich ein bisschen sentimental werden, es kriegt ja keiner mit. Natürlich sind solch ungewohnte Pannen und Erlebnisse im Nachhinein die Würze einer solchen Reise, allerdings will man sie währenddessen nicht erleben. Ich bin froh, mit welcher Gelassenheit wir gemeinsam diese Situation heute gemeistert haben, und ich bin stolz auf uns. Jeder hat das seine dazu beigetragen, dass wir morgen weiter kommen, und dass wir letztendlich auch in Amman ankommen, davon bin ich überzeugt.
Total gerührt bin ich auch von den Reaktionen im Gästebuch. Leider können wir nicht kommentieren, die download-Zeiten über webnwalk sind einfach zu lang. Merci an Euch alle, die ihr unsere Reise verfolgt, und jetzt sogar mit den Hymnen unterstützt. Hey, meine Kinder, Ihr seid wirklich großartig!
Jetzt werde ich mich aber auch schlafen legen, sonst sehe ich morgen wieder die Steine nicht auf der Straße...

Deutlich mehr Bodenfreiheit als der BMW - Rumänien
Deutlich mehr Bodenfreiheit als der BMW - Rumänien
Meine "Lieblingsstrecke" in Bulgarien
Meine "Lieblingsstrecke" in Bulgarien
gedepperte Ölwanne
gedepperte Ölwanne
Ölwanne nach der Reparatur
Ölwanne nach der Reparatur
Gruppßenbild mit Diana, der bulgarische Engel, der uns gerettet hat
Gruppßenbild mit Diana, der bulgarische Engel, der uns gerettet hat

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