Rumänien in einem Tag...

rumänisches Citymobil
rumänisches Citymobil

Hallo liebe Freunde und Leser unseres blogs,
Wir hatten gestern und heute schon einiges an feedback auf unseren blog, und es freut uns natürlich ungemein, dass Ihr ein wenig an unserer Reise teilnehmt.
Unser technisches equipment stimmt jedenfalls, während Frank den Wagen Richtung Craiova steuert sitze ich neben ihm und tippe in mein laptop, dass über einen 12Volt/220 Volt Adapter am Zigarettenanzünder angeschlossen ist. Später werde ich mich dann über einen web'n walk-stick ins internet einloggen und den Text sowie Bilder auf unsere Seite laden. Es funktioniert bislang prächtig, danke an Jörn und Karl-Heinz für die Unterstützung und Leihgaben.
Warum ich den blog nicht abends mache? Ganz einfach: die letzten beiden Tage waren wir bis spät in den Abend unterwegs, wir haben kurz eine Unterkunft gesucht, ein Bierchen oder Wein auf dem Bett sitzend getrunken und schon ist der erste umgesunken und eingeschlafen. Es sind einfach lange Tage, wir sind bis auf wenige kurze Pausen unterwegs und dabei (hoch-)konzentriert, dass wir abends einfach platt sind. Und wir haben die Vermutung, dass dies eher noch schwieriger wird. Um Istanbul morgen abend zu erreichen, muss man täglich ca. 600 km über Landstraße fahren. Und je weiter wir kommen, desto geringer wird die Durchschnittsgeschwindigkeit und man muß wiederum länger unterwegs sein, um die Strecke zu schaffen.
Hier in Rumänien werden zur Zeit unheimlich viele Straßen in Stand gesetzt. Durch die Karpaten hatten wir sicherlich über 20 Baustellen mit Ampelschaltung, da es nur einspurig weitergeht. Da die Baustellen recht lang sind, kann die Ampelschaltung dann auch mal 15 Minuten betragen. Die einspurigen Fahrbahnen sind so schlecht, dass man hier häufig nur mit Schrittgeschwindigkeit weiterkommt. Dazu kommen langsame LKWs, oder auch mal Traktoren oder sogar Pferdegespanne die den nachfolgenden Verkehr lahm legen. Die noch nicht renovierten Straßen sind teilweise desolat, tiefe Schlaglöcher fordern ständige Konzentration. Bahnübergänge sind ebenfalls tückisch. Wir wollen aber nicht jammern, denn belohnt werden wir mit Bildern und Eindrücken aus einem uns fremdartigen Land. Agrarisch mit wunderschönen Landschaften, immer wieder sieht man Kühe, Schafe, Ziegen, Hühner, Gänse, und wie gesagt Pferdegespanne findet man sogar in Städten, häufig schwer beladen. Manche Häuser und Höfe sind gepflegt und nett hergerichtet, aber leider überwiegen angegammelte Gebäude bis hin zu Ruinen. Es ist noch viel zu tun in diesem Land, wenn es mit den westeuropäischen Nachbarn gleich ziehen will.
Die letzte Nacht haben wir in einer sehr grenzwertigen Unterkunft verbracht, keiner wollte unter die Dusche heute morgen. Aber wir sind in unserem Ausgabenlimit geblieben. Auch wenn es jetzt schon wieder regnet (den Tag über war es freundlich und warm), wollen wir die nächste Nacht endlich zelten. Dazu müssten wir allerdings vor Einbruch der Nacht einen Platz gefunden haben...
Als wir zwischen Lugoj und Caransebes getankt und etwas gegessen haben, wurden wir in exzellentem Deutsch bedient. Der Inhaber der Tanke hat uns über die Zuwanderungen aus Deutschland im 18. Jahrhundert aufgeklärt und bis in die 1970er Jahre gab es ganze Dörfer, die ausschließlich von Deutschstämmigen bewohnt waren. Dadurch hat sich die deutsche Sprache und Kultur gehalten. Inzwischen sind die meisten dieser Dörfer verlassen, die Menschen nach Möglichkeit nach Deutschland "heimgekehrt" oder in Städte gezogen.
Interessanterweise sehen wir auch immer wieder Rallyeteams, die die gleicht Strecke wie wir fahren. Da wir uns gegenseitig bei den wenigen Pausen überholen, glauben wir immernoch ganz gut im Plan zu liegen.
Wir halten Euch weiterhin auf dem Laufenden...

Stadtdurchfahrt
Stadtdurchfahrt
rumänische Landstraße
rumänische Landstraße
rumänische Landstraße
rumänische Landstraße

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Kommentare: 1
  • #1

    Becky (Montag, 04 Mai 2009 20:44)

    Olli, Du Stück!! Ich beneide Dich/Euch so!!! Könnt mir in den A**** beißen....wünsche Euch ganz viel Spaß, starke Nerven und gesunden Menschenverstand ;-) Und es ist ja wohl klar, daß Ihr mit soviel Wertarbeit locker ankommt :-)))
    Liebe Grüße (auch unbekannterweise) sendet Becky